Eine Studie im Auftrag von Amt24 e.V.
Die Universität Potsdam befragte im Auftrag von Amt24 insgesamt 227 Verwaltungen in den Bundesländern Berlin und Brandenburg. Im Fokus der Online-Befragung stand der Einsatz von Web 2.0-Anwendungen und Technologien für die Kommunikation zwischen Behörden und Bürgern. Wir wollten wissen,
Inhalt:
Bekanntheit von Web 2.0
Zunächst sollte ermittelt werden, wie bekannt das Web 2.0 in der Verwaltung ist. Dazu wurde nach dem Begriff gefragt. 81% gaben an, dass ihnen „Web 2.0“ etwas sagt. Nur 19% konnten mit dem Begriff nichts anfangen.
Die Mehrheit der Verwaltungen kennt also „Web 2.0“.
Abbildung 1: Bekanntheit des Begriffs Web 2.0
Einsatz von Web 2.0
Entgegen der Vermutung, dass Web 2.0-Anwendungen in den Verwaltungen noch gänzlich vernachlässigt werden, setzt bereits die Mehrheit diese ein. Etwa 63% der Verwaltungen nutzen bereits mindestens eine Web 2.0- Anwendung. Weitere 11% planen schon heute den Einsatz. Lediglich ein Viertel der Verwaltungen sehen auch in der Zukunft keine Nutzung von Web 2.0-Anwendungen.
Bemerkenswert ist, dass die ganze Bandbreite an Web 2.0-Anwendungen zum Einsatz kommt. Eine Ausnahme ist hier lediglich das Social Bookmarking, das keine der befragten Behörden anwendet. Beteiligungsportale, Tagging sowie Empfehlungs- und Bewertungsverfahren hingegen führen die Liste der beliebtesten Anwendungen an.
Abbildung 2: Einsatz von Web 2.0-Anwendungen
Erfahrungen mit Web 2.0
Die bisher gesammelten Erfahrungen sind überwiegend heterogen. Das gaben 42% der Befragten an. Negative Erfahrungen hat keiner der Befragten gemacht. Positiv äußerten sich immerhin 28, 6 %.
Abbildung 3: Erfahrungen mit Web 2.0
Chancen für die Anwendung
Dienstleistungsqualität verbessern – darin sehen die Befragten die größte Chance für den Einsatz von Web 2.0. Vorteile ergeben sich für die Befragten auch im Wissensmanagement, der Pflege des Images und in der Zusammenarbeit mit den Bürgern. Dahinter rangieren Prozessoptimierung und die Schaffung von Transparenz als Mehrwerte. Flachen Hierarchien und Kosteneinsparungen räumen die Teilnehmer dagegen nur geringe Chancen ein. Nur 20% rechnen damit, Kosten sparen zu können. Auch der Zeitersparnis und einer engeren Zusammenarbeit innerhalb der Verwaltung wird mit jeweils 29% bzw. 28% keine oder nur eine geringe Chance gegeben.
Abbildung 4: Chancen für die Anwendung
Barrieren für den Einsatz
Neben diesen Möglichkeiten sind in der Verwaltung vor allem zahlreiche Barrieren für den Einsatz von Web 2.0-Anwendungen zu finden. Vier große Probleme sieht die Verwaltung. Hierzu gehören das fehlende Budget, der hohe Aufwand sowie die fehlende Akzeptanz und das fehlende Know-how der Mitarbeiter.
Abbildung 5: Barrieren für den Einsatz
Leuchtturmprojekte
Die Universität Potsdam ermittelte im Rahmen der repräsentativen Studie zugleich außergewöhnliche Beispiele für die Nutzung des Web 2.0. Als herausragend bewerteten die Wissenschaftler das Dienstleistungsportal der brandenburgischen Landesverwaltung "Maerker Brandenburg" - http://maerker.brandenburg.de/ - sowie den Bürgerhaushalt von Berlin-Lichtenberg - http://www.buergerhaushalt-lichtenberg.de/ -. Ein Wiki der Stadt Potsdam zur "Fortschreibung der Allgemeinen Dienstordnung" führen die Wissenschaftler als gelungenes Beispiel für verwaltungsinternes Wissensmanagement auf.
Bestellung der Studie
Die Studie ist im GITO Verlag erschienen. Ihr persönliches Exemplar der Studie können Sie direkt beim Verlag oder über den Buchhandel bestellen. Die Studie als pdf-Dokument erhalten Sie bei der Amt24-Geschäftsstelle. Wenn Sie uns eine kurze Mail schreiben, schicken wir Ihnen das Dokument gerne zu.
Eckdaten
Thema:
Einsatz von Web 2.0 in der öffentlichen Verwaltung
Auftraggeber:
Amt24
Durchführung:
Uni Potsdam
Leitung:
Prof. Dr. Norbert Gronau
Zeitraum:
Oktober bis November 2009
Methode:
Online-Befragung
Befragte:
Landkreise, Städte, Gemeinden und Bezirke in Berlin und Brandenburg