Nachgefragt

Edda Peters, Geschäftsführerin der subreport Verlag Schawe GmbH subreport

Die Zukunft der elektronischen Vergabe


Interview mit Edda Peters, Geschäftsführerin der subreport Verlag Schawe GmbH

Frau Peters, was ist „elektronische Vergabe“ eigentlich?

Edda Peters: eVergabe ist die Möglichkeit, den gesamten Vergabeprozess öffentlicher Aufträge rechtskonform elektronisch abzuwickeln. eVergabe hat gegenüber dem herkömmlichen Papierverfahren viele Vorteile. Einer ist das enorme Einsparpotenzial: Ein erfolgreicher Einsatz der eVergabe ermöglicht Einsparungen von mindestens 250 Millionen Euro pro Jahr. Das ist empirisch nachgewiesen und belegbar.

Wie sieht derzeit die Wirklichkeit der eVergabe aus?

Edda Peters: Deutschland ist noch weit davon entfernt, durch eVergabe wirklich zu sparen. Aus einem einfachen Grund: eVergabe ist für Unternehmen einfach nicht genügend attraktiv. Der Flickenteppich der eVergabe umfasst schon heute 40 Vergabeplattformen – Tendenz steigend. Viele Unternehmen bleiben deshalb beim traditionellen Papierweg. Es muss also dringend etwas für die Interessen der Wirtschaft getan werden.

Gibt es eine Lösung?

Edda Peters: Ja. Sie ist Thema eines Projektes, das auf Initiative und unter Federführung von subreport ins Leben gerufen wurde: Eine einzige Oberfläche, mit der man alle verschiedenen Plattformen ansteuern und benutzen kann - "Einer für alle" sozusagen.

Gibt es Unterstützung für das Projekt?

Edda Peters: Ja, in hohem Maße: Fraunhofer FOKUS ist wissenschaftlicher und technischer Partner, die maßgeblichen Anbieter von eVergabe-Systemen haben ihre Kooperationszusage gegeben, das Beschaffungsamt des Bundesministeriums des Inneren, BDI und BITKOM begrüßen die Initiative.

Was sind die Ziele?

Edda Peters: Das Projekt wird viele positive Effekte für Verwaltung und Wirtschaft nach sich ziehen: Die Akzeptanz der eVergabe wird erhöht, Einsparpotenziale werden endlich realisiert. Eine weitere Zersplitterung der deutschen eVergabelandschaft wird verhindert. Der Wettbewerb bleibt gewahrt. Und: Ein solches Modell kann als Blaupause für ganz Europa dienen.


Ansprechpartner

Robert Schäffer
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