Nachgefragt

prisma

Scharf blickende Klugheit zur Fahndungsunterstützung


Interview mit Martin Krotki, Produktmanager bei prisma

Herr Krotki, gryphos ist in der griechischen Mythologie ein Löwe mit Adlerkopf, der als Symbol scharf blickender Klugheit und des Sehertums gilt. Wie sind Sie darauf gekommen, ein Produkt diesen Namen zu geben?

Gryphos®2008 bezeichnet eine Produktgruppe, die es ermöglicht Bildinhalte zu erkennen und zu identifizieren. Es funktioniert ganz einfach: Ich nehme zum Beispiel mit meinem Handy ein Bild auf und kann es mit einer zentral hinterlegten Datenbank abgleichen. Das System erkennt, ob das vorhandene Objekt mit in der Datenbank hinterlegten Referenzbildern übereinstimmt. Und das funktioniert selbst bei niedriger Auflösung, Verwischen und Lichtreflexen. „Scharf blickende Klugheit“ eben.

Welche Einsatzmöglichkeiten gibt es für ein solches mobiles System?

Viele. Speziell für den Sicherheitsbereich haben wir Gryphos®TA Security entwickelt. Hier gibt es zahlreiche Anwendungsfälle. Das anschaulichste Beispiel ist sicher die Gemäldefahndung. Kunstraub steht weltweit an oberster Stelle der Kapitalstraftaten. Dennoch können die Ermittler das Wissen über entwendete Gegenstände unterwegs nur sehr schwer abrufen. Hier schafft Gryphos®TA Security Abhilfe. Der Ermittler muss lediglich ein Bild mit seinem Handy aufnehmen und mit der hinterlegten Datenbank abgleichen. In kürzester Zeit kann er so direkt am Tatort Aussagen über gefundenes Beweismaterial machen.

Kann Gryphos®TA Security nur Bilder identifizieren oder auch andere Dinge?

Der Einsatz der Software ist bei weitem nicht auf Bilder beschränkt. Bilder von Fahrzeugen, Gebäuden, Wertgegenständen, aber auch Bilder von Personen, Objekte und Waren können mobil identifiziert werden. Beim Grenzschutz zum Beispiel kann so der Handel mit Fälschungen, die Einfuhr von verbotenen Waren oder der Personenhandel wirksam bekämpft werden. Wir haben unser Produkt durch die Möglichkeit der Textanalyse noch erweitert. So kann Gryphos®TA Security Textinhalte auf Websites und in Social Communities automatisiert extrahieren und auswerten.

Wozu dient die Texterkennung im Internet?

Das Web ist ständig in Bewegung. Immer mehr Menschen teilen ihre Meinungen, Einstellungen und Erfahrungen zu unterschiedlichen Themen mit der ganzen Welt. Nach Schätzungen des eMarketer Portals werden allein in den USA im Jahr 2010 ca. 90 Millionen Autoren ihre Beiträge kommunizieren. Das Durchsuchen dieses User Generated Content auf gestohlen gemeldete Objekte und verdächtige Texte kann die Fahndung wirksam unterstützen. Aber auf Grund der riesigen Menge von unstrukturierten Daten ist das von Menschen nicht zu leisten. Hier kommt Gryphos®TA Security zum Einsatz. Unternehmen setzen hier übrigens auch auf Gryphos®TA WebMonitoring, um ein Meinungsbild der Internetnutzer von ihren Produkten zu bekommen. Trends werden hierdurch sehr früh erkannt und das sichert Wettbewerbsvorteile.

Und wie funktioniert denn die Texterkennung im Internet?

Die Software von prisma ist ein leistungsstarkes Produktbündel aus einem Text-Analyse-System, das fähig ist unstrukturierte Daten semantisch auszuwerten, SAP BusinessObjects Text Analysis und dem Bildanalysesystem Gryphos®2008. Damit kann man Quellen in bis zu 32 Sprachen ohne viel Aufwand täglich crawlen, also durchsuchen. Die Ergebnisse werden dann mit Hilfe der integrierten SAP BusinessObjects Reporting Plattform in Form von Berichten und Xcelsius Dashboards dargestellt. Gryphos®TA Security und Gryphos®TA WebMonitoring ermöglichen dabei eine so fein granulierte Datenextraktion, dass es im Anwendungsfall nicht nur möglich ist, zwischen positiven und negativen Aussagen zu unterscheiden, sondern auch die dafür verantwortlichen Ausprägungen sichtbar zu machen.

Vielen Dank für das Gespräch!

Ansprechpartner

Martin Krotki
E-Mail

Tel: +49 30 2388203-107