Nachgefragt

Klaus Reichling, Projektleiter bei der ]init[ AG für Digitale Kommunikation ]init[ AG

Europäisches E-Government


Interview mit Klaus Reichling, Projektleiter bei der ]init[ AG für Digitale Kommunikation

Herr Reichling, Sie sind der Leiter des Projektes SEMIC.EU bei der ]init[ AG. Können Sie uns sagen, was SEMIC.EU ist?

SEMIC.EU steht für „Semantic Interoperability Centre Europe” und ist ein Projekt, das wir im Rahmen des IDABC-Programms (Interoperable Delivery of European eGovernment Services to public administrations, businesses and citizens) für die Europäische Kommission realisieren. SEMIC.EU schafft die Voraussetzungen für einen verlustfreien, einheitlichen Datenaustausch und fördert die elektronische Zusammenarbeit von Verwaltungen über nationale und sprachliche Grenzen hinweg, unter Berücksichtigung der kulturellen und administrativen Besonderheiten des jeweiligen Mitgliedsstaates der EU. Damit ist das Projekt zukunftsweisend für ein immer relevanter werdendes europäisches E-Government. Mit SEMIC.EU bündeln wir Konzepte und Maßnahmen zur Erreichung semantischer Interoperabilität.

Was kann man sich unter „semantischer Interoperabilität“ vorstellen?

Semantische Interoperabilität heißt, dass die genaue Bedeutung von ausgetauschten Informationen von allen Beteiligten gleichermaßen verstanden wird. Am einfachsten zu verstehen ist das, wenn man an die Notengebung in der Schule denkt: In Deutschland ist eine 1 die beste, in England, Bulgarien oder Portugal aber die schlechteste Note. Genauer betrachtet unterliegt alles, was heute gehandelt, ausgetauscht oder registriert wird, unterschiedlichen sprachlichen und semantischen Repräsentationen je nach Land und (kulturellem) System. Daher ist es innerhalb der EU unabdingbar, dass man sich versteht, wenn man Informationen untereinander austauschen oder gemeinsam registrieren möchte – d.h. in Vorgängen, die internationales, wenn nicht sogar supranationales E-Government ausmachen.

Was genau leistet dabei SEMIC.EU?

SEMIC.EU ist ein Bündel von Services, die die Europäische Kommission den Mitgliedsstaaten und interessierten E-Government Projekten anbietet. Mit dem Launch des Portals www.semic.eu haben wir die Voraussetzungen für eine bessere Integration europäischer E-Government Projekte geschaffen. SEMIC.EU stellt zukünftig DIE Plattform für europäische Zusammenarbeit bereit, auf der Nutzer aus allen Mitgliedsstaaten Lösungsoptionen – so genannte Assets - für länderübergreifend verständliches E-Government austauschen können. SEMIC.EU verwaltet diese Assets in einem Repository und arbeitet gemeinsam mit den Erstellern und Nutzern an deren kontinuierlicher Verbesserung. SEMIC.EU bietet außerdem Hilfestellung und Beratung für die Weiterentwicklung und Förderung ihrer Lösungen sowie weiterführende Coachings, fachlichen Support und den Aufbau von Netzwerken und Communities für E-Government Projekte. Ziel ist es, Zeit und Kosten zu sparen, sowie die Sichtbarkeit von Projekten zu erhöhen und zukunftssichere Lösungen aufzubauen, bzw. bestehende Lösungen zu harmonisieren.

Vielen Dank für das Gespräch, Herr Reichling.

Ansprechpartner

Klaus Reichling
E-Mail

Tel: +49 30 97006 - 271